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Die Darstellungen im Hintergrund stammen aus einem Titelkupfer, den Paul Egell für den 2. Band der dreibändigen "Scriptores Historiae Romanae" schuf, die von Benno Caspar Hausirius in den Jahren 1743 ( 1. und 2. Bd.) und 1748 (3. Bd.) herausgegeben wurden.

 

Die Titelkupfer der 3 Bände und den Buchschmuck schuf Egell. Das Werk enthält 195 große Tafeln mit

Gefäßen, Schiffen, Kriegsmaschinen, Tempeln und Obelisken, zum größten Teil aber mit römischen Münzen.

 

Die Titelkupfer zeigen allegorische Darstellungen von Kaiser Augustus, Karl dem Großen und Rudolph I. von Habsburg.


Die grafische Vorlage des Stiches von Paul Egell wurde von Charles-Nicolas Cochin d. J. umgezeichnet und von Nicolas Tardieu in Paris gestochen.


Der spätere kurpfälzische Hofbildhauer Paul Egell (1691-1752) war in den Jahren 1717-1719 nachweislich als Geselle in der Werkstatt des Dresdener Zwingers unter der Leitung Permosers beschäftigt. Während dessen Werke stilistisch jedoch im wesentlichen der römischen Skulptur des Hochbarock verpflichtet sind, treten in Egells Œuvre – von der bisherigen Forschung weitgehend unbeachtet – zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt in der Entwicklung der Bildhauerkunst des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation stilistische Charakteristika auf, die auf eine Schulung an französischer Hofkunst der Zeit schließen lassen und seine anschließende Tätigkeit als kurpfälzischer Hofbildhauer nachhaltig prägten. Die wesentliche Vorraussetzung für die kulturelle Ausrichtung des in Mannheim ansässigen Hofes an der Kunst westlich des Rheins bildete die 1724 bestätigte Hausunion zwischen der bayerischen und der pfälzischen Linie des Hauses Wittelsbach. Konkrete künstlerische Anregungen konnte Egell dagegen am Ort vorhandene Ornamentstiche französischer Künstler entnehmen.